Ein Wochenende bei Freundinnen im Kanton Zürich führte zu einer besonderen Entdeckung: dem Lützelsee. Der idyllische See liegt auf dem Gemeindegebiet von Hombrechtikon, eingebettet zwischen den Weilern Lutikon, Hasel und Lützelsee.

Mit seinen 12,8 Hektaren ist er zwar eher klein, doch birgt er zahlreiche Besonderheiten. So treibt in den Sommermonaten ein Floss für Flussseeschwalben auf dem Wasser, und es lassen sich Weissstörche in erstaunlicher Zahl beobachten – oft mehrere Dutzend gleichzeitig.

Um den See herum führt ein etwa vier Kilometer langer Rundweg, der hindernisfrei ist und sich daher für Rollstuhlfahrende und dank einer Sprachführung auch für blinde und sehbehinderte Menschen eignet. Das Ufer ist grösstenteils geschützt; Baden nur in einem bestimmten Bereich rund um das Schwimmbad erlaubt.

Je weiter man sich vom Parkplatz entfernt, desto mehr Störche geraten in Sichtweite – in der Luft, am Seeufer oder auch im Wasser. Das berühmte Klappern der imposanten Vögel ist bereits von Weitem zu hören. Doch die meisten Störche haben nur ein Ziel vor Augen: die beiden Eschen im Hasel am Ende des Sees. Zwischen den Ästen befinden sich zahlreiche Horste, in denen die Storchenpaare nisten.

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Thursday, 7. August 2025

Wie Sandra Jost, Verantwortliche für Störche und Monitoring des OV Hombrechtikon weiss, werden es immer mehr. «Ja, die Störche fühlen sich wohl und scheinen alle dort brüten zu wollen. Wobei der Platz langsam aber sicher knapp wird. Immer höher werden die Horste gebaut und fallen dann manchmal auch wieder herunter.» Zwei künstliche Horste vor den Eschen bieten etwas Entlastung.

Das bunte Treiben in den Eschen kann hervorragend bei einer Rast im Gartenbeizli Hasel beobachtet werden. Die kleine Besenbeiz wird vom gleichnamigen Bauernhof betrieben, befindet sich am nördlichen Kopf des Lützelsees und ist, sofern das Wetter stimmt, fast das ganze Jahr über geöffnet. Lauschige Plätze laden auch auf dem Rundweg zum Verweilen ein.

Doch die Störche sind bei weitem nicht die einzigen Vögel, die sich am Lützelsee blicken lassen: Brütende Graugänse und Graureiher können hier ebenso beobachtet werden wie Teichrohrsänger, Rohrammern, Hauben- und Zwergtaucher und natürlich Stockenten. «Während den Zugzeiten kann man auch immer mal wieder besondere Gäste sehen, die hier kurz Rast machen. Uferschnepfe, Stelzenläufer, Kiebitz, Rotschenkel waren im Frühling hier zu beobachten», erzählt Jost.

Allerdings seien diese Arten nur jeweils kurz zu bestaunen. Im Herbst liessen sich auch mal Kraniche blicken. Und auch die kalte Jahreszeit lockt Gäste an: Löffelenten, Reiherenten, Schnatterenten, Krickenten, Bekassinen, Gänsesänger und manchmal auch Rohrdommeln lassen sich am Lützelsee blicken. «Immer wieder kommt auch die Pfeifente. Diese Art sieht man nicht überall.»

Wegweiser Wer mit dem ÖV anreist, nimmt die Haltestellte Hombrechtikon, Post, als Ziel. Ab Bubikon verkehren Niederflurbusse (Linie 880) nach Hombrechtikon, Post. Eine Alternative ist die Anreise mit der S-Bahn (S7) über Stäfa. Von dort verkehren Niederflurbusse (Linie 955) nach Hombrechtikon, Post. Wer eine Anfahrt mit dem Auto bevorzugt, findet ausgangs des Weilers Lutikon beim Lützelsee einen Kiesparkplatz. Im Parkhaus Breitlen in Hombrechtikon befinden sich rollstuhlgerechte Parkplätze.