Die ursprünglich aus Südostasien stammenden Vampirkrabben tragen einen düsteren Namen, doch ihr Auftreten gleicht einem Feuerwerk. In freier Natur leben sie an feuchten Uferzonen, zwischen Moos, Laub und Steinen. Sie gehören zu Gattung der Geosesarma, der Landkrabben, und sind somit nur zum Teil auf Wasser angewiesen. Anders als viele ihrer Verwandten brauchen sie kein grosses Aquarium. Ein gut eingerichtetes Paludarium, also eine Mischung aus Land- und Wasserbereich, ist ideal. Ein typisches Vampirkrabben-Heim besteht zu etwa 80 Prozent aus Landfläche mit Verstecken, Moos und Kletterästen. Ein kleiner Wasserbereich reicht für das regelmässige Bad oder zum Häuten. Wichtig sind zudem eine hohe Luftfeuchtigkeit (etwa 80 bis 90 Prozent) und konstante Temperaturen um die 24 bis 28 Grad. Wie ihr Name erahnen lässt, sind die Tiere vorwiegend nachtaktiv und zeigen sich tagsüber nur selten. Wer sie beobachten möchte, braucht also eine gute Portion Geduld oder ein Rotlicht, das sie weniger stört.

Auffälliges Sozialverhalten

Trotz ihrer geringen Grösse von etwa zwei bis drei Zentimetern zeigen Vampirkrabben ein auffälliges Sozialverhalten. In kleinen Gruppen von drei bis fünf Tieren lassen sich Hierarchien beobachten, Scherenschläge zur Drohung und gelegentliches Balgen um den besten Platz. Genug Raum und Verstecke vermeiden jedoch Stress und Kämpfe. Vampirkrabben sind Allesfresser. Sie nehmen gerne kleine Insekten, Futtertiere wie Springschwänze oder Mückenlarven, aber auch pflanzliche Kost wie Spinat, Algenblätter oder spezielles Krabbenfutter zu sich. Wichtig ist eine abwechslungsreiche Ernährung, denn Mangelerscheinungen können sich schnell auf Farbe und Verhalten auswirken. Vampirkrabben lassen sich mit etwas Glück sogar erfolgreich nachzüchten. Die Weibchen tragen ihre Eier gut geschützt unter dem Hinterleib, bis daraus vollständig entwickelte Jungtiere schlüpfen.

Kein Larvenstadium

Anders als bei vielen anderen Krabbenarten durchlaufen sie kein Larvenstadium im Wasser. Damit der Nachwuchs ungestört heranwachsen kann, sollte das Terrarium reich an Struktur sein. Verstecke aus Moos, Ritzen oder kleinen Höhlen bieten den winzigen Krabben Schutz vor den erwachsenen Tieren.

Fazit
Vampirkrabben sind keine Kuscheltiere. Sie wollen beobachtet, nicht berührt werden. Für Kinderhände sind sie also ungeeignet. Wer sich jedoch für natürliche Lebensräume interessiert, Freude an Gestaltung hat und gerne Tiere beobachtet, findet in ihnen faszinierende Mitbewohner. Die Kombination aus Farbenpracht, geheimnisvollem Verhalten und relativ einfacher Haltung macht sie zu beliebten Terrarien-Bewohnern – bei jenen, die bereit sind, sich auf ihre nächtliche Welt einzulassen.