Gewusst wie
Substrate: die Basis für gesunde Pflanzen
Ob als Zimmerpflanzen im Wohnraum oder als Blütenmeer auf dem Balkon: Wie üppig Pflanzen gedeihen, hängt vom richtigen Substrat ab. Es sorgt für langlebige, vitale Pflanzen und für Nachhaltigkeit im Garten und zuhause.
Ein Substrat gibt den Wurzeln Halt, speichert Wasser und Nährstoffe und versorgt den Boden mit reichlich Mikroorganismen sowie genügend Luft. Bei Substraten handelt es sich um gezielt zusammengesetzte Mischungen, die auf bestimmte Einsatzbereiche abgestimmt sind. Ihre Qualität spielt besonders bei Pflanzen im Topf, Kasten oder Hochbeet eine wichtige Rolle, zumal sie im Gegensatz zu Gartenpflanzen im gewachsenen Boden nicht auf natürliche Puffer zurückgreifen können.
Indoor: Zimmerpflanzen mit besonderen Ansprüchen
[IMG 2] Zimmerpflanzen wachsen unter relativ konstanten, aber oft suboptimalen Bedingungen. Heizungswärme, trockene Luft und begrenztes Wurzelvolumen stellen hohe Anforderungen an eine Pflanze. Wichtig beim Substrat im Innenbereich: Es muss strukturstabil sein und sollte Wasser gut speichern, ohne Staunässe zu verursachen. Klassische Blumenerde besteht meist aus organischen Bestandteilen wie Kompost, Holzfasern oder Rindenhumus und eignet sich für viele Grün- und Blühpflanzen.
Für Spezialpflanzen lohnt sich eine spezifischere Erde. Kakteen und Sukkulenten benötigen stark durchlässige Substrate mit hohem mineralischem Anteil, da ihre Wurzeln empfindlich auf dauerhafte Feuchtigkeit reagieren. Orchideen wachsen oft ganz ohne klassische Erde: grobe Rinde oder spezielle Mischungen, die viel Luft an die Wurzeln lassen, sorgen bei ihr für gutes Gedeihen.
Balkon und Terrasse: Extrembedingungen standhalten
[IMG 3] Auf dem Balkon sind Pflanzen Wind, Sonne und starken Temperaturschwankungen ausgesetzt. Hinzu kommt: Töpfe und Kästen trocknen schnell aus. Balkonpflanzensubstrate müssen daher besonders strukturstabil sein und Wasser gut halten können. Häufig werden organische Materialien mit mineralischen Zusätzen kombiniert, um sowohl Luft als auch Wasser im richtigen Verhältnis bereitzustellen.
Für mediterrane Pflanzen wie Lavendel, Rosmarin oder Olivenbäumchen sind magere, durchlässigeMischungen ideal. Üppige Sommerblumen hingegen benötigen nährstoffreiche Substrate.
Im Garten: gezielt den Boden verbessern
[IMG 4] Im Garten spielt Substrat vor allem dort eine Rolle, wo der natürliche Boden nicht ausreicht oder gezielt verbessert werden soll. Vor allem Hochbeete, Pflanzgruben für Gehölze oder neu angelegte Beete profitieren von speziell abgestimmten Mischungen. Hochbeetsubstrate bestehen oft aus mehreren Schichten: grobes Material für die Drainage, strukturreiche Bestandteile für Luft und nährstoffreiche Erde. Diese Kombination fördert ein aktives Bodenleben und sorgt für eine gute Nährstoffversorgung.
Auch bei schweren, lehmigen Böden oder sehr sandigen Standorten kann das Einarbeiten geeigneter Substrate die Bodenstruktur deutlich verbessern. Ziel ist immer ein ausgewogenes Verhältnis von Wasserhaltevermögen, Durchlüftung und Nährstoffangebot.
Lava: für gesunde Wurzeln
[IMG 5] Lava ist ein rein mineralisches Substratmaterial, das vor allem aufgrund seiner Strukturstabilität geschätzt wird. Die porösen Lavakörner speichern Wasser in ihren Hohlräumen und geben es langsam wieder ab, während gleichzeitig viel Luft an die Wurzeln gelangt. Lava eignet sich besonders für Pflanzen, die empfindlich auf Staunässe reagieren. Im Garten wird Lava häufig zur Verbesserung des Bodens eingesetzt, um schwere Untergründe zu lockern. Dieses Substrat entfaltet seine Stärken vor allem in Kombination mit organischen Komponenten.
Rindenkompost, Holzhäcksel: bessere Durchlüftung
[IMG 6] Ausgangsmaterial dieser Stoffe ist Nadelholz. Rindenkompost besteht aus Rinde, einem Nebenprodukt der Schnittholzherstellung in Sägewerken. Während diese über rund ein Jahr kompostiert wird, entstehen hohe Temperaturen: Schaderreger und Unkrautsamen sterben dadurch ab. Holzhäcksel sind vergleichbar mit Sägemehl. Richtig eingesetzt, können Rindenkompost sowie aufgearbeitete Holzfasern im Garten Torf direkt ersetzen. Holzhäcksel wiederum eignen sich als Zusatz für torffreie Substratmischungen.
Kokos: leicht, luftig und vielseitig
[IMG 7] Kokosprodukte haben sich in den letzten Jahren als beliebte Substratkomponente etabliert. Sie fallen als Nebenprodukt der Kokosnussverarbeitung an und werden in Form von Kokosfasern oder -mark genutzt. Kokos speichert viel Wasser, bleibt dabei aber luftig und strukturstabil. Gerade für Zimmer- und Balkonpflanzen ist dies ein grosser Vorteil. Allerdings enthält Kokos von Natur aus kaum Nährstoffe. Pflanzen in reinem Kokossubstrat sind daher auf regelmässige Düngung angewiesen. Zudem spielen ökologische Aspekte eine Rolle: Lange Transportwege und der Wasserverbrauch bei der Aufbereitung stehen in der Kritik.
Landerde: verbessert die Bodenstruktur
[IMG 8] Landerde entsteht in der Schweiz im Rahmen der Zuckerproduktion: Mit den Zuckerrüben gelangen Erdreste in die Fabrik, welche abgewaschen und getrocknet werden. Bei diesem Prozess sorgen hohe Temperaturen für eine Hygienisierung und einen hohen Grad an Trockensubstanz. Das macht Landerde zu einem guten Zusatz für torffreie Substratmischungen.
Hände weg von Torf
[IMG 9] Der Abbau von Torf schadet der Umwelt und dem Klima. In der Schweiz sind Moore seit 1987 geschützt, und es darf kein Torf mehr abgebaut werden. Jährlich werden aber weiterhin grosse Mengen Torf importiert. Das Bundesamt für Umwelt arbeitet zusammen mit mehreren Verbänden an einer etappenweisen und kontinuierlichen Reduktion des Torfverbrauches in der Schweiz. So sieht eine im vergangenen Sommer unterzeichnete Absichtserklärung im Bereich Beeren eine schrittweise Reduktion des Torfeinsatzes bei der Produktion und beim Handel von Beeren und Beerenjungpflanzen vor. Zu den Unterzeichnenden zählen insbesondere die Verbände Bio Suisse, der Schweizer Obstverband, in- und ausländische Substrathersteller, Vertreter des Detailhandels sowie der Bund. Laut Absichtserklärung soll der Torfanteil in Substraten für die Produktion von Beeren, die in der Schweiz konsumiert werden, bis 2030 auf maximal 25 Prozent reduziert werden. Derartige Absichtserklärungen existieren auch in den Bereichen Gemüse und Kräuter, Garten- und Landschaftsbau, produzierender Gartenbau und Hobbygärtnerei. Erfreulich: In Sackerden konnte der durchschnittliche Torfanteil mittlerweile deutlich gesenkt werden. Gemäss den Daten von sechs Erdenherstellern, die den Hobbybereich in der Schweiz im Jahr 2022 mit insgesamt rund 409’000 Kubikmeter Substrat in Sackerden belieferten, lag der durchschnittliche Torfanteil noch bei 1,3 Prozent. Wer auf Nummer sicher gehen will: Die Bezeichnung «torffrei» auf der Packung hilft, die richtige Wahl zu treffen.
Bitte loggen Sie sich ein, um die Kommentarfunktion zu nutzen.
Falls Sie noch kein Agrarmedien-Login besitzen:
Jetzt registrieren