Kaum ein Duft steht so sehr für Sommer wie der von frischem Basilikum. Ein leichter Wind über dem Kräutertopf – und schon zieht das unverwechselbare Aroma von Sonne,Tomaten und Mittelmeer durch die Luft. Doch das «Königskraut», wie sein Name aus dem Griechischen basilikos (der Königliche) besagt, ist weit mehr als nur ein Symbol italienischer Küche. Ob auf der Fensterbank oder im Garten – Basilikum bringt mediterranes Flair in den Alltag. Es ist jedoch ein anspruchsvolles Kraut: sehr empfindlich gegen Kälte, aber voller Leben, wenn Sonne und Wärme stimmen.

Sonne und Fingerspitzengefühl

Basilikum ist eine sonnenhungrige Pflanze. Sie liebt warme, windgeschützte Plätze und nährstoffreiche, lockere Erde. Ideal ist ein Standort auf Balkon, Fensterbank oder im Garten mit mindestens fünf Sonnenstunden pro Tag. Zugluft und Kälte verträgt Basilikum schlecht – unter zehn Grad stellt er das Wachstum ein.

Die Pflanze braucht regelmässige, aber vorsichtige Wassergaben. Die Erde sollte stets leicht feucht, aber nie nass sein, denn Staunässe lässt die Wurzeln faulen. Am besten morgens giessen, direkt an der Erde und nicht über die Blätter, sonst droht Pilzbefall. Beim Ernten gilt: nie einzelne Blätter zupfen, sondern stets ganze Triebe oberhalb eines Blattpaares schneiden.So treibt die Pflanze buschig nach und bleibt lange produktiv. Wer Blütenstände rechtzeitig entfernt, verlängert die Erntezeit. Lässt man sie stehen, freuen sich dafür Bienen und Schwebfliegen über wertvollen Nektar.

Vermehren leicht gemacht

Basilikum lässt sich ganz einfach vermehren. Dazu schneidet man zehn Zentimeter lange Triebe und stellt sie in ein Glas mit Wasser. Schon nach einer Woche bilden sich Wurzeln, dann können die Stecklinge in Erde gesetzt werden. Alternativ lässt sich Basilikum auch aus Samen ziehen: Die feinen Körnchen auf feuchte Erde streuen, nur leicht andrücken und warm stellen. Licht ist wichtig, denn Basilikum ist ein sogenannter Lichtkeimer.

Sommer im Blatt

Wer das Kraut über längere Zeit frisch halten will, pflanzt es am besten in etwas grössere Töpfe um. Handelsübliche Supermarkt-Basilikums sind meist zu dicht gesät; Pikieren hilft, dass sie kräftiger weiterwachsen.

Das feine, pfeffrig-süsse Aroma stammt übrigens von ätherischen Ölen wie Eugenol und Linalool. Sie wirken antibakteriell, fördern die Verdauung und gelten als stimmungsaufhellend. In der Küche sollte Basilikum stets frisch verwendet und erst am Schluss über das Gericht gegeben werden – Hitze zerstört seine Öle. Kleiner Tipp: Wer den Sommer konservieren möchte, legt die Blätter in Öl ein oder friert sie als Pesto ein.