Vor dem Saunagang ist es wie vor dem Betreten eines Schwimmbads: Duschen ist angesagt. Das hat zum einen hygienische Gründe, zum anderen wird so der beim Schwitzen störende Fettfilm auf der Haut entfernt. Abtrocknen nicht vergessen, denn mit trockener Haut schwitzt es sich besser.

Sauniert wird in der Regel nackt, wobei man sich das Saunatuch um die Hüfte oder den Körper wickeln kann, um sich nicht ganz so exponiert zu fühlen. Anstarren oder gar anfassen von anderen Saunabesuchern ist nicht nur ein No-Go, sondern kann auch zum Rauswurf führen. Die meisten öffentlichen Saunen bieten Zeiten nur für Männer oder Frauen an, damit jeder sich wohlfühlt. Pärchen sollten sich in der Sauna mit dem Austausch von Zärtlichkeiten zurückhalten. Dafür gibt es sicher auch schönere Orte.

Nach dem Duschen kann es losgehen mit der Hitzephase. Dabei gilt es als höflich, beim Betreten der Sauna die bereits Anwesenden zu grüssen. In der Sauna befinden sich Bänke auf verschiedenen Stufen. Da warme Luft nach oben steigt, ist es auf den oberen Bänken am heissesten, auf den unteren etwas kühler. Es empfiehlt sich also, sich erstmal unten einen Platz zu suchen. Die Hitzephase bringt den Kreislauf ordentlich auf Touren. Das Herz schlägt schneller, die Blutgefässe weiten sich und die Körpertemperatur steigt. Meistens bleibt man zwischen acht und 15 Minuten in der heissen Sauna sitzen. Wer möchte, kann sich auch hinlegen, dabei ist jedoch darauf zu achten, dass kein Schweiss auf das Holz tropft. Ein zweites grosses Saunatuch dient als Unterlage.

Wasserdampf und Düfte

Die berühmten Aufgüsse sind für das Saunabaden eigentlich nicht nötig, verleihen ihm aber das gewisse Etwas. In vielen Saunas wird der Aufguss regelrecht zelebriert, manchmal durch den Saunameister oder die Saunameisterin. Für die Aufgüsse werden verschiedene Düfte verwendet, die zusätzlich entspannend oder belebend wirken. Durch das Wasser, das auf den heissen Steinen verdampft, wird die Luft in der Sauna feucht und das Schwitzen intensiver. Während eines Aufgusses sollte die Sauna nach Möglichkeit nicht betreten oder verlassen werden, denn dadurch würde der ganze Wasserdampf durch die Tür entweichen.

Will man die Hitzephase beenden, so setzt man sich erstmal aufrecht hin und bewegt die Beine ein wenig. Andernfalls droht einem schnell schwindelig zu werden. Generell gilt: Wer sich unwohl fühlt, sollte die Sauna rechtzeitig verlassen, denn die Gesundheit geht schliesslich vor!

Nach dem Saunagang gilt es, sich abzukühlen. Dafür geht man am besten erstmal ein paar Minuten an die frische Luft. In Finnland reibt man sich bei dieser Gelegenheit auch gleich mit Schnee ab. Ansonsten gibt es in jeder Sauna ein Kaltwasserbecken, Duschen und Schläuche mit kaltem Wasser. Dabei sollte man sich unbedingt von unten nach oben abkühlen, also mit den Füssen zuerst. Durch das kühle Wasser oder den Schnee verengen sich nämlich die Blutgefässe im Körper wieder. Diese Abkühlung kostet zwar etwas Überwindung, aber genau der Wechsel aus Heiss und Kalt ist das, was das Saunieren so gesund macht. So kommt der Kreislauf ordentlich auf Trab.

Danach kommt die Ruhephase. Diese dient vor allem der Entspannung und sollte mindestens so lange dauern, wie der Aufenthalt in der Sauna, gerne auch länger. Auf bequemen Liegen lässt es sich wunderbar entspannen, wer möchte, kann ein Buch lesen oder einfach die Augen schliessen. Das ganze Prozedere kann so oft man möchte wiederholt werden, allerdings sollte man darauf achten, sich und seinen Körper nicht zu überbeanspruchen.

Durch das Schwitzen verliert der Körper Flüssigkeit, die man mit Wasser, Tee oder verdünnten Fruchtsäften vor und nach dem Saunagang ausgleichen kann. Gegessen wird in der Sauna nicht. Auch danach sollte man auf reichhaltige Menüs lieber verzichten, die den Körper zu sehr belasten würden. Ein Salat oder eine Suppe ist jedoch nie verkehrt. Diese gleichen auch die ausgeschwitzten Salze wieder aus.

Sauna-Arten

Finnische Sauna: Die traditionellste Form der Sauna mit Bänken aus massivem Holz, Steinofen als Hitzequelle und Aufgüssen mit nur wenig Zusätzen. Sie ist mit Temperaturen zwischen 90 und 100 Grad Celsius die heisseste Sauna.

Biosauna: Wird auch Sanarium genannt und ist eine mildere Form der Sauna. Hier schwitzt man bei 50 bis 60 Grad bei wohlriechenden ätherischen Ölen und leichten Aufgüssen. Meistens kann man so mehr Zeit mit Schwitzen verbringen als in der finnischen Sauna, und sie eignet sich auch für Menschen mit Bluthochdruck.

Infarotsauna: Hier entsteht die Hitze nicht durch eine äussere Wärmequelle, sondern durch Infrarotstrahlen, die den Körper von innen heraus erwärmen. Diese sogenannte Tiefenwärme soll sich positiv auf das Immunsystem, den Kreislauf und den Stoffwechsel auswirken. Die Infrarotsauna ist eine besonders schonende Art des Saunierens und auch für Menschen mit Kreislaufproblemen geeignet.

Dampfbad: Während in einer klassischen Sauna hohe Temperaturen und tiefe Luftfeuchtigkeit herrschen, ist es im Dampfbad umgekehrt: Bei rund 50 Grad Celsius liegt die Luftfeuchtigkeit bei fast 100 Prozent. Zu den Dampfbädern gehören das römische Caldarium und der orientalische Hamam.