Wandertipp
Die schönsten Suonen-Wanderungen im Wallis
Wasser ist im Wallis vielerorts Mangelware. Um dem entgegenzuwirken, bauten mutige Landwirte schon vor Jahrhunderten sogenannte Suonen, auch Bissen genannt. Entlang dieser lässt sich heute vielerorts wunderbar wandern.
An den trockenen Südhängen des Wallis ist Wasser Mangelware. Doch die Landwirte wussten sich bereits vor Hunderten von Jahren zu helfen: Sie bauten lange schmale Kanäle, sogenannte Suonen oder Bissen, die zum Teil noch bis heute erhalten sind. In diesen offenen Leitungen fliesst Wasser über weite Strecken gemächlich ins Tal und wurde historisch unterwegs zum Bewässern der Felder, zum Waschen sowie als Trink- und Tränkwasser genutzt. Sogar entlang steiler Felswände führen Suonen, wofür über die Jahrhunderte spezielle Techniken entwickelt wurden. Das Wasser fliesst dabei in Holzkanälen, die an Balken in der Felswand aufgehängt sind. Die Arbeit an Suonen galt als so gefährlich, dass die dafür Verantwortlichen ein entsprechend hohes Ansehen in der Dorfgemeinschaft genossen.
Noch heute fliesst durch viele Suonen Wasser. Eine davon, die Bisse d’Ayent, ist gar auf der 100-Franken-Banknote abgebildet. Zwischen dem Stausee Tseuzier und der Gemeinde Arbaz führt ein rund 12 Kilometer langer Wanderweg entlang einer der wahrscheinlich schönsten Suonen. Sie wurde 1442 erbaut und mehrfach restauriert, so auch der Höhepunkt der rund 3-stündigen Wanderung, der Bretterkanal entlang der senkrechten Felswand am Torrent-Croix.
Als noch ehrgeiziger galt der Bau der Bisse du Torrent-Neuf in der Nähe von Savièse. Die Suone startet in den Felswänden oberhalb des Flüsschens Morge im für Menschen gefährlichen Gelände. Nach dem Bau eines Tunnels, der 1935 in Betrieb genommen wurde, wurde der obere Abschnitt obsolet, jedoch 2008 durch einen parallel verlaufenden Wanderweg der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Über Stege und Brücken führt der Pfad von der Kapelle Sainte-Marguerite bis nach Bons d’Amont. Hin und zurück muss man mit etwa 2,5 Stunden Wanderzeit und jeder Menge Adrenalin rechnen.
Eine besonders familienfreundliche Wanderung führt entlang der Bisse du Levron, die zwischen Juni und Oktober Wasser führt. Ab Verbier geht es mit der Gondelbahn hoch zu Les Ruinettes und von dort über rund 12 Kilometer gemütlich über Weiden zurück ins Tal. Sogar einen kleinen Wasserfall hat die Suone zu bieten. Die Wanderung dauert rund 3,5 Stunden, wobei zwei Bergrestaurants zum Rasten einladen.
Ebenfalls sehr familientauglich ist die Wanderung entlang der Bisse Milieu und der Bisse Vieux. Nur knapp 200 Meter vom Tourismusbüro von Nendaz entfernt beginnt die Suone Milieu, entlang derer man das Tal hinauf bis nach Planchouet mit der herzigen Kapelle wandern kann. Zurück geht es auf der Rundwanderung entlang der Bisse Vieux, die gemütlich zurück nach Nendaz führt. Für die knapp 13 Kilometer braucht man etwa 3,5 Stunden, wobei sich zwischendurch eine Rast in einem der drei Restaurants von Planchouet lohnt.
Zwischen Saint-Léonard und Sitten führt die Bisse de Clavau durch die prächtigen Terrassen der Walliser Rebberge. Da sie sich lediglich auf einer Höhe von 550 bis 700 Metern über Meer befindet, ist der Wanderweg das ganze Jahr hindurch begehbar. Auf den rund8 Kilometern benötigt man nebst guten Schuhen eine Taschenlampe, da der Weg durch einen rund 50 Meter langen, unbeleuchteten Tunnel führt.
Auch durch den deutschsprachigen Teil des Wallis führen einige Suonen, so auch in der Nähe von Fiesch. Die Suonen Wuhr und Trusera können über einen Rundwanderweg begangen werden. Von der Gemeinde Mühlebach aus führt der Weg nach einem Aufstieg entlang der Trusera oberhalb von Ernen nach Niederernen und von dort zurück nach Mühlebach, teilweise entlang der Wuhr. Der beste Ausgangspunkt für die Wanderung ist der Parkplatz an der Hängebrücke Fürgangen bei der Abzweigung Richtung Bellwald. Die Überquerung der Brücke wird dabei zu einem zusätzlichen Highlight der Wanderung.
Weitere Wanderungen entlang von Suonen:les-bisses-du-valais.ch
suone.ch
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