Abendspaziergang
Nationalrätin Meret Schneider privat: Wie die Galgo-Español-Hündin Papua ihr Leben verändert hat
Im Juli 2025 erfüllte sich Nationalrätin Meret Schneider einen lang gehegten Wunsch: Sie adoptierte einen Hund aus dem Tierschutz. Seither spielt die Galgo-Español-Hündin Papua eine grosse Rolle im dynamischen Leben der 33-jährigen Zürcherin. Die TierWelt hat die beiden auf einem Abendspaziergang durch Uster (ZH) begleitet.
Ein Mittwochabend Mitte November: Im Bahnhof Uster herrscht reges Treiben. Pendlerinnen und Pendler strömen durch die Unterführung. Manche eilen zu einem Gleis, um den Zug ihrer Wahl zu erwischen; andere drängeln sich auf dem schnellsten Weg aus dem Bahnhof, um ihr Zuhause in der drittgrössten Stadt des Kantons aufzusuchen und ihren Feierabend zu geniessen.
Auch Nationalrätin Meret Schneider steht mit Papua, ihrer Galgo-Español-Windhündin, am Bahnhof. Von Feierabend kann allerdings noch keine Rede sein – schliesslich steht noch der heutige Abendspaziergang der beiden an, danach hat die Zürcherin einen weiteren Termin.
«Ich spaziere zwei Mal zwei Stunden täglich mit ihr», erzählt die Umwelt- und Kommunikationswissenschaftlerin. «Übungen, Spielen und Austoben dürfen dabei natürlich auch nicht zu kurz kommen.» Mit vier Stunden «Ramba-Zamba» pro Tag verbringe die Galgo-Español-Hündin den Rest des Tages oft schlafend, sagt Schneider. «Das macht sie zu einer idealen Homeoffice- oder Bürohündin.»
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Die anderthalbjährige Papua ist der erste eigene Hund der Politikerin – und die Erfüllung eines lange gehegten Wunsches. «Ich wollte schon seit Ewigkeiten einen Hund, doch es liess sich nie wirklich mit meinem Leben vereinbaren», so die Zürcherin, die seit Dezember 2024 wieder für die Grünen im Nationalrat sitzt und sich dort für ihre Herzensthemen – Tierschutz- und Klimafragen – starkmacht.
Nebst ihrem politischen Engagement arbeitet Schneider 100 Prozent als Projektleiterin beim Kampagnenforum.
In Uster wohnend, in Zürich arbeitend und aufgrund ihres Nationalratsmandats oft nach Bern pendelnd, war ein Hund lange Zeit undenkbar. Dass Papua jetzt dennoch bei ihr ist, habe sie nicht zuletzt dem Zufall zu verdanken, erzählt Schneider. «Eine Freundin von mir erzählte mir von der Tierschutzorganisation, bei welcher Papua ausgeschrieben war. Als ich meiner Mutter davon berichtete und schilderte, wie gern ich einen Hund hätte, sagte sie, sie würde jeweils hüten, wenn ich in Bern bin, da sie nun nicht mehr so viel arbeite.»
Ausgeschrieben war Papua bei der Tierschutzorganisation New Graceland, die sich insbesondere um spanische Windhunde – die Galgos – kümmert. Eigens für die traditionelle Hasenjagd und Windhunderennen in Spanien gezüchtet, werden die Vierbeiner oft misshandelt, missbraucht und ausgesetzt.
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Papua selbst stammt aus einer spanischen Tötungsstation. «New Graceland macht einen super Job», betont Schneider. «Man hat zuerst die Gelegenheit, den Hund kennenzulernen. Dann geht man gemeinsam auf einen Spaziergang», erklärt sie, hält im Gehen kurz inne und tätschelt Papua. «Vor Ort kam sie schon vor dem Spaziergang auf mich zu. Sie war neugierig, offen und verspielt – und trieb eine Menge Schabernack.» War es Liebe auf den ersten Blick? «Total. Es war schnell klar, dass sie mit mir nach Hause kommen muss!» Anfang Juli war es so weit: Meret Schneider adoptierte Papua und nahm sie mit nach Uster.
Eine Beziehung auf Augenhöhe
Auf ihrer Abendrunde wirken Meret Schneider und Papua wie ein jahrelang eingespieltes Team: Mit der Hündin an ihrer Seite geht die junge Politikerin zügig durch die dunklen Strassen Usters, später am Ufer des Flüsschens Aa entlang. Hier ein Pfiff, da eine Streicheleinheit. Auf einer Wiese lässt sie Papua von der Leine und wirft ihr ein Spielzeug.
Nichts am Verhalten der Vierbeinerin deutet auf ihre bewegte Vergangenheit hin. «Sie ist eine sensible, menschenbezogene, völlig unkomplizierte Hündin, die sehr schnell lernt», schildert Schneider. «Aber als sie im Juli neu bei mir war, war sie noch ganz anders als jetzt.» Drei Wochen Ferien nahm sich die Projektleiterin, um ihre neue Gefährtin einzugewöhnen und ihr die Umgebung zu zeigen. Seither verbringt Schneider jede freie Minute mit Papua. «Wir spazieren, üben, trainieren, besuchen die Hundeschule und weitere Kurse. Daneben bleibt kaum Freizeit übrig.»
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Dass man mit einem Hund so schnell eine solch enge Beziehung haben kann, hätte sie nie gedacht. «Bei uns haben sich schon Alltagsrituale eingespielt: Wenn ich zu Papua sage ‹Komm, wir gehen raus›, holt sie ihren Brustgurt oder Mantel. Das ist sehr herzig.»
Es sei aber keine Hundchen-Frauchen-Beziehung, sondern eine auf Augenhöhe. «Ich bleibe immer dran mit Papua und versuche, ihr immer wieder neue Sachen beizubringen. Aber sie zeigt mir auch, wenn sie mal keine Lust hat.» Was jedoch selten der Fall sei.
Der Abendspaziergang neigt sich dem Ende zu. Die Zürcherin nimmt ihre Hündin wieder an die Leine, wir spazieren zurück zum Bahnhof. Auf die Frage, ob trotz Papua noch immer Hühner ihre Lieblingstiere sind, antwortet Schneider lächelnd: «Nein, diese Aussage muss ich mittlerweile revidieren: Heute ist es der Galgo Español.»
Zur Person Meret Schneider wuchs im Zürcher Oberland auf und studierte Sprachwissenschaften, Umweltwissenschaften und Publizistik. Von 2019 bis 2023 und seit 2024 amtiert sie als Nationalrätin für die Grüne Partei.
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