Nebel, so weit das Auge reicht. Ein typischer Herbsttag im Schweizer Mittelland eben. Doch warum eigentlich? Nebel entsteht, wenn die Luft mit Wasser gesättigt ist. Je kälter sie wird, desto weniger Feuchtigkeit kann sie aufnehmen. Was an warmen Herbsttagen verdunstet, kondensiert folglich in der abendlichen Kühle.

Dieselben Seen und Flüsse also, die uns im Sommer erfrischen, sorgen im Spätherbst für eine graue, triste Nebelsuppe. Ganz allein verantwortlich sind sie jedoch nicht: Auch Schadstoffe in dicht besiedelten Regionen spielen eine Rolle. Denn je mehr Russ-, Feinstaub- und Abgaspartikel in der Luft schweben, desto eher kondensiert das Wasser und trübt so unsere Sicht, wie auch unsere Stimmung. Und von diesen Partikeln gibt es in der kalten Jahreszeit besonders viele.

Feuer als Luftverschmutzer

Holz gilt zwar grundsätzlich als CO₂-neutraler Brennstoff. Dennoch können beim Feuern Schadstoffe entstehen. «Die Menge hängt davon ab, wie unvollständig die Verbrennung ist», erklärt Robin Poëll vom Bundesamt für Umwelt (BAFU). Dabei können verschiedene Arten von Schadstoffen entstehen: neben mineralischem Feinstaub in Form von Salzen vor allem Russ, organische Verbindungen sowie Kohlenmonoxid. Je mehr Feuchtigkeit im Holz, desto höher der Schadstoffausstoss, so Poëll. Dasselbe gelte für Holz, das zu kühl gelagert wurde. «Wenn Holz erhitzt wird, tritt brennbares Holzgas aus», erklärt der Sprecher des Bundesamtes. «Entzündet es sich, bildet es die Flammen. Trifft Holzgas jedoch auf kaltes Holz, kann es unverbrannt entweichen.»

Lebensraum statt Feuerbrunst

Für offene Feuer gilt in der Schweiz eine klare Regel: Wald-, Feld- und Gartenabfälle dürfen nur eigenständig verbrannt werden, wenn sie trocken sind und kaum Rauch entwickeln. In der Praxis wird dieses Gesetz jedoch oft missachtet. Allzu verlockend ist es, frisch geschnittene Äste oder das zusammengeharkte Laub kurzerhand in die Feuerschale zu werfen – ganz nach dem Motto: Aus den Augen, aus dem Sinn. Dabei bieten diese organischen Abfälle viel Handlungsspielraum, um etwas für die Biodiversität zu tun. Schon ein kleiner Ast- oder Laubhaufen bietet einen wertvollen Lebensraum für zahlreiche Wildtiere. Und was an Pflanzenresten übrigbleibt, verwandelt sich im Kompost zu nährstoffreichem Humus für neue Pflanzen.

Wer hingegen feuchtes Grüngut verbrennt, setzt Feinstaub und andere Schadstoffe frei. Diese belasten nicht nur die Gesundheit, sondern auch das Gemüt – denn wer möchte den Tag schon unter einer dichten Nebeldecke beginnen?

Tipps & Tricks: Schadstoffe beim Feuern verhindern

  • Trockenes, unbehandeltes Holz verwenden: Trockenes Holz verbrennt sauberer und produziert deutlich weniger Feinstaub und Rauch. Feuchtes Holz führt zu unvollständiger Verbrennung und damit zu höheren Schadstoffemissionen.
  • Moderne Kaminöfen nutzen: Neuere Öfen sind oft so ausgestattet, dass entwichenes Holzgas nachverwertet wird. Dies senkt die Emissionen stark. Einige Modelle sind sogar mit Feinstaubfiltern ausgerüstet.
  • Hohe Verbrennungstemperatur halten: Eine heisse und lebhafte Flamme sorgt für eine effizientere Verbrennung mit weniger Schadstoffen. Die Flammen sollten klar und hell sein, nicht dunkel oder russig.
  • Richtig anfeuern: Das Holz sollte so geschichtet und angezündet werden, dass das Feuer von oben nach unten abbrennt. Wenn es dem Feuer nie an Sauerstoff mangelt, fördert dies eine vollständige Verbrennung und weniger Rauch. Je feiner die Asche nach der Verbrennung, desto sauberer waren die Emissionen.
  • Ökologische Anzündhilfe: Wachsgetränkte Holzwolle ist eine empfehlenswerte Anzündhilfe. Naturbelassene Holzspäne sind noch etwas umweltfreundlicher, aber schwieriger in der Handhabung.